Ich erlebe gerade eine grosse Frustration, hege Selbstzweifel und hinterfrage gerade mein zweites Studium

Vor zwei Jahren bin ich in eine Sinneskrise gestürzt, da ich erst nachdem mich meine erste Freundin verlassen hat bemerkt habe, dass mit mir etwas nicht stimmt. Nach langer Auseinandersetzung mit mir verfiel ich in ein dekonstruktives Grübeln und mich überkam eine Hilflosigkeit, weshalb ich den Gang zu einem Psychiater wagte. Es folgten viele Gespräche, bei denen ich meine (leidensvolle) Lebensgeschiche erzählte, bis er einmal mit der Thematik AD(H)S aufgekommen ist. Nach mehreren Test und zu meiner Überraschung erfolgte die Diagnose und ich erlebte viele Aha-Momente. Es folgte eine medikamentöse Behandlung und die verhilf mir sogar die Konzentration über längere Zeit zu halten, was mir den ersten beiden Semester in meinem (zweiten) Studium enorm geholfen hat.

Doch nun befinde ich mich im dritten Semester und all die altbekannten Probleme treten wieder mit einer grossen Wucht auf. Ich umgehe unangenehme Aufgaben, schiebe alles auf, halte Termine nicht ein, sage oder verschiebe Termine auf, weil ich bei meinen Projekten meine Aufgaben nicht zeitgemäss erledigte und etc. Ich erlebe gerade eine grosse Frustration, hege Selbstzweifel und hinterfrage gerade mein zweites Studium. Ich erlebe (psychisch) gerade eine ähnliche Situation wie nach der Trennung und es macht mich fertig. 

Obwohl ich das Gefühl habe, meine Probleme zu kennen und dafür sogar die erforderlichen Lösungsansätze zu besitzen, setze ich sie einfach nicht um. Ich bin überzeugt, dass ich einen anderen Psychiater/Psychotherapeut brauche, der mir Tipps und Strategien vorschlagen kann, die ich umsetzen könnte. Denn beim jetzigen Psychiater geht es mehr um meine Stimmungslage und der Verträglichkeit des Medikamentes, als um Strategien und Behandlung meines Selbstwertgefühles.

Ich merke einfach, dass ich eine Person brauche, der mir den Weg aufzeigt, wie ich mein Leben meistern kann. Denn nach vielen negativen Erlebnissen traue ich mir nicht zu, etwas zu wagen.

Schlussendlich ist meine Frage: Macht es in meiner Sitation Sinn, einen anderen Psychiater/Psychotherapeuten aufzusuchen oder ist es nur ein weiterer Versuch von mir, die Verantwortung zur Lösung meiner Probleme auf eine Drittperson zu schieben?


http://www.adhs.ch/ueber-mich/Wenn Sie sich von einem Psychiater mehr Strategien oder Tipps erwünschen, hat das mit Abschieben von Verantwortung zur Lösung Ihrer Probleme auf andere kaum etwas zu tun.

Denn: Das Prüfen und Umsetzen der mit Ihnen erarbeiteten Strategien und Tipps bleibt immer in Ihren Händen.

Bei Vorliegen einer ADHS gehört eine aktive Unterstützung, wie sie zum Beispiel in der kognitiven Verhaltenstherapie oder im Coaching erfolgt, zum Behandlungsplan vieler Betroffener.






Sie könnten diese an mich gestellte Fragen in einem ersten Schritt mit Ihrem jetzigen Psychiater besprechen. Ist er bereit, Sie in Ihrem Sinne zu unterstützen, ist das Problem schon mal ansatzweise gelöst.

Falls nicht, könnte Ihr Psychiater Sie an einen Psychotherapeuten überweisen, welcher mit der Verhaltenstherapie bei ADHS vertraut ist.

Hier eine Aufzählung von erfahrenen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten:

Marie-Anne Rahel, Psychologin, Zürich (CH)

Julia Hetschel, Psychotherapeutin, Zürich (CH)

Thomas Barth, Psychotherapeut, Bern (CH)

Antonella Sunier-Lanza, Psychotherapeutin, Bern & Ins (CH)

Corin Strimer, Psychotherapeutin, Cham (CH)

Cornelia Gerber, Psychotherapeutin, Steckborn (CH)


Lesen Sie hier weiter, wenn diese Informationen für Sie hilfreich waren.


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Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Er wurde erstellt am 02.12.2017.
© Piero Rossi




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