ADHS-Kinder und Ihre Geschwister im Streit - Was tun?
Piero Rossi (Vortragsmanuskript, 2002)
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 02.12.2008
Zuerst will ich mich Ihnen kurz vorstellen: Ich bin Psychologe, arbeite seit 1985 in meinem Beruf und befasse mich in meiner Arbeit seit ein paar Jahren intensiv mit der ADHS. In meiner Praxis in Lenzburg untersuchen wir Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Verdacht auf ADHS oder anderen Problemen. Ich werde dabei von einer Kollegin unterstützt. Einige unserer Patienten werden anschliessend verhaltenstherapeutisch begleitet.
Zum Thema von heute Abend: Das Problem einer wirklich krankhaften Geschwisterrivalität spielt eigentlich nur in wenigen Familien unserer jungen Patienten die zentrale und beherrschende Rolle. Aber auch wenn Streit unter Geschwistern bei unseren Patienten nicht Thema Nr. 1 ist: Davon betroffen, damit belastet und durch die Streitereien genervt, sind so gut wie alle.
Sie wissen es: Eifersucht und Streit zwischen Geschwistern kommt in nahezu allen Familien vor. Hat hingegen eines oder mehrere Familienmitglieder eine ADHS, so können nicht nur Hausaufgaben, Zubettbegehen oder das Thema Essen, sondern auch Geschwisterstreit für alle Beteiligten zu einem echt belastenden Problem werden.
In einigen ADHS-Familien wird nicht einfach nur heftig gestritten, nein, was mir Eltern berichten, macht mich noch heute betroffen. Ich erspare Ihnen das Aussprechen von Beispielen. Vor allem die Hartnäckigkeit, dass Sich-Verbeissen, die Heftigkeit, die oft geäusserten schlimmsten Drohungen oder gar die tätlichen aggressiven Ausbrüche erschrecken mich. Immer wieder musste ich zur Kenntnis nehmen, dass diese Probleme oftmals selbst dann bestehen bleiben, wenn Eltern Erziehungsratgeber zum Thema Eifersucht und Geschwisterrivalität gelesen haben oder Kurse besucht haben.
Wieso aber haben ADHS-Kinder mehr Probleme im sozialen Umgang mit anderen? Wieso entsteht mehr Streit mit den Geschwistern? Wie und warum kann eine ADHS den Streit unter Geschwistern verschärfen? Und vor allem: Was bitte hilft dagegen?
Als ich mir überlegte, was ich Ihnen heute berichten will, war für mich schnell klar, dass ich Sie nicht mit Ratschlägen überschütten will. Die kann man sowieso besser in Büchern nachlesen. Nichts gegen Tipps aus den Büchern, auch ich gebe sie gerne weiter. Nur funktionieren diese meistens leider nur dann einigermassen, wenn möglichst keiner in der Familie eine ADHS hat.
Ich habe mir für heute Abend eigentlich vorgenommen, die Krankengeschichten meiner jungen ADHS-Patienten der letzten Jahre durchzugehen und nachzusehen, bei welchen Patienten die Problematik einer übermässigen Geschwisterrivalität sehr ausgeprägt vorhanden war.
Und ich hatte mir vorgenommen, zusammenzutragen, welches die zentralen Gründe dafür waren und dann aufzulisten, was genau dann grundlegend geholfen hat, dass Ruhe in die Familie einkehrte und diese Probleme gelindert werden konnten.
Ich habe dann bald eingesehen, dass ich meine Praxis einen Monat hätte schliessen müssen, um mit diesem Projekt fertig zu werden. Aber auch wenn ich nur einen Teil meiner Krankengeschichten habe durchgehen können, bin ich doch zu Ergebnissen gekommen, die mich in ihrer Eindeutigkeit und Klarheit selbst haben aufhorchen lassen.
In meiner Arbeit staune ich aber immer wieder darüber, wie gut es viele Mütter von ADHS-Kindern schaffen, neben allem Ungemach auch noch mit übermässigem Geschwisterstreit souverän umzugehen. Eigentlich sollten Mütter von ADHS-Kindern über dieses Thema referieren und nicht ich. Sie wissen aus der tagtäglichen Erfahrung am besten, was hilft und was nicht. Mit meinen Beobachtungen und Schlussfolgerungen kann ich ihre Erfahrungen vielleicht ergänzen, aber sicher nicht ersetzen.
Ich ging also bei meinen Vorbereitungen für heute Abend der Frage nach, unter welchen Bedingungen in den mir bekannten ADHS-Familien Geschwisterstreit eine besonders belastende Rolle spielte.
Wann traten die Probleme besonders gehäuft auf? Und was half? Ich habe sechs Kernpunkte ausgemacht. Bis zur Pause erläutere ich Ihnen Punkt 1. Nach der Pause folgen die restlichen 5 Punkte, dann einige konkrete Vorschläge und schliesslich werden wir Zeit für eine Diskussion haben.
Punkt 1: Akzeptanz (+ Wissen)
Ich sah, dass belastende Geschwisterstreitereien immer dann gehäuft vorkommen, wenn in der Familie nicht wirklich akzeptiert wird, dass bei dem, der oder den ADHS-Betroffenen eine ADHS vorliegt.
Diejenigen unter Ihnen, die selbst ADHS-Kinder haben, wissen wahrscheinlich aus eigener Erfahrung nur zu gut, dass es von der Mitteilung bis zum wirklichen Akzeptieren, dass das eigene Kind ADHS hat, ein langer Weg ist. Im Gegensatz zu Ihnen aus der ELPOS-Selbsthilfegruppe stehen viele der Eltern, die wir sehen, ganz am Anfang dieses Prozesses.
Es wird nicht akzeptiert, dass ADHS-Kinder anders funktionieren als ihre Geschwister. Wie schon in der Gesellschaft, wird auch in diesen Familien diesen Kindern nicht wirklich zugestanden, anders zu reagieren, anders zu lernen, anders zu empfinden und einfach anders zu sein, als die anderen.
Vor allem die Väter verstehen oft nicht, was es heisst, eine ADHS zu haben. Sie erwarten von ihren ADHS-Kindern vor allem in Sachen Schule dasselbe, wie von den gesunden Kindern. Und sie vergleichen entweder ganz direkt oder durch indirekte Äusserungen, das Verhalten daheim und die Leistungen in der Schule immer wieder mit denen der gesunden Geschwister. Beispielweise dann, wenn es zum Anreiz für alle Kinder pro Prüfungsnote über einem 4.5er einen Batzen gibt, wenn also die Anerkennung von einem für alle gleich gültigen Standard ausgeht.
Belastende, also über das Normale hinausgehende Geschwisterstreitereien kamen in den Familien meiner Patienten dann gehäuft vor, wenn daheim wie in der Schule getan wird, als hätten die ADHS-Kinder die gleichen Chancen wie ihre gesunden Geschwister und die Schulkollegen.
Es wird nicht akzeptiert, dass ADHS-Kinder ganz andere Voraussetzungen mitbringen als andere Kinder. Wie sonst kämen die Väter auf die Idee, Äpfel mit Birnen zu vergleichen?
Das gilt selbst für echt gut gemeinte und tröstende Bemerkungen wie: „Schau Dir Julia an, auch sie hatte früher schlechte Noten. Nun hat sie sich angestrengt und jeden Tag eine halbe Stunde gelernt. Das kannst Du auch erreichen, wenn Du nur willst. Wenn man will, schafft man alles...“.
Was meinen Sie, passiert in solchen Momenten in der Seele eines ADHS-Kindes? Wie zurückgesetzt muss sich ein Kind fühlen, welches nicht nicht will, sondern nicht kann, sich das alles selbst nicht erklären kann und sich dann vielleicht noch schuldig fühlt?
Wie muss sich ein ADHS-Kind fühlen, wenn es ihm wiederholt vorgehalten oder mit Blicken und Gesten zu verstehen gegeben wird, dass es wieder einmal viel länger als andere hat, um den gleichen Stoff zu lernen, und dass es dann das Gelernte nicht wieder so schnell vergessen und deswegen heute wirklich einmal mehr aufpassen soll?
Das erzeugt Versagensangst und Schuldgefühle. Aber auch Angst, die Erwartungen der anderen nicht erfüllen zu können.
Eine erhöhte Grundangst spielt bei ADHS-Kinder oft eine grosse Rolle. Angst setzt u.a. Adrenalin frei. Adrenalin ist aber auch das Aggressionshormon. Mir kam beim Vorbereiten dieses Abends die Idee, dass auch hier ein Zusammenhang mit übermässigem Geschwisterstreit bestehen könnte.
Was passiert in der Seele eines zappeligen, unruhigen und impulsiven Kindes, wenn ihm von den Eltern oder Grosseltern wiederholt mehr oder weniger direkt zu verstehen gegeben wird, man erwarte jetzt schon langsam, dass es lerne, sich wie andere zu beherrschen und zu benehmen?
Und was passiert in einem ADHS-Kind, wenn es die leise Enttäuschung der Eltern spürt, dass es in Mathe das Sortenumwandeln immer noch nicht begriffen hat? Und wie geht es ihm, wenn es an die nächste Probe denkt oder das Aufgerufen werden, wenn es wieder einmal das Gelernte nicht schnell genug aus dem Langzeitgedächtnis abrufen kann?
Oder wenn es bei jedem Übungsdiktat daheim mehr Fehler macht, sich von der entnervten Mutter anhören muss, es soll sich endlich zusammen reissen, und dann das jüngere Geschwisterkind lachend heimkommt und dem stolzen Vater mit Schwung ein fast fehlerfreies Diktat präsentiert und mit spitzem Blick in Richtung ADHS-Geschwisterkind einen Belohnungs-Batzen abkassiert. Was dann eine Etage höher bald passieren wird, können Sie sich vorstellen.
Das Vergleichen von Äpfeln mit Birnen in einer Familie ist der Nährboden schlechthin für Rivalität und Eifersucht. ADHS-Kinder machen doch schon in der Schule genug oft Erfahrungen, aus denen sie die Schlussfolgerungen ziehen, dumm, ungeschickt, ungeliebt und schlecht zu sein.
Und Kinder vergleichen sich selbst schon genug untereinander: ADHS-Kinder realisieren sehr wohl, dass sie nicht so konzentriert wie das Geschwisterkind an den Aufgaben sitzen bleiben können oder länger dafür benötigen. Oder wenn der kleine Bruder aus der Küche die Lösung für eine gerade von der Mutter gestellte Mal-Rechnung herausruft, an welcher der 5. Klässler mit ADHS beschämt herum studiert. Und wenn dann der Vater dem Kleinen stolz zuruft: „Super“. Ja - dann hat es in der Seele des ADHS-Kindes einen Stich mehr.
Wie bei Kindern mit einem unerkannten oder unbehandelten Seh- oder Hörfehler haben auch ADHS-Kinder total andere Voraussetzungen, um zu lernen, sich die Welt anzueignen. ADHS-Kinder haben eh die „2“ auf dem Rücken. Sie haben viel mehr Mühe beim Lernen und haben es viel schwerer, Freundschaften aufzubauen.
Bei unseren Untersuchungen frage ich die Kinder immer wieder, wie sie sich denn selbst ihre Probleme erklären: Sie glauben mir nicht, wie häufig mir schon 3. Klässler leise und teils beschämt sagen, es liege an ihrer Faulheit. Oder sie müssten sich halt mehr zusammen reissen. Ein elfjähriger hyperaktiver und hochbegabter Bube, der von fast allen wegen seinem unmöglichen Verhalten gemieden wird, sagte mir letztes Jahr: „Gott hat mir schwarzes Blut gegeben, sonst wäre ich nicht so schlecht.“
Also:
Belastende Geschwisterstreitereien in ADHS-Familien kommen aus meiner Erfahrung heraus dann gehäuft vor, wenn in einer Familie das ADHS-Kind immer wieder direkt oder indirekt mit den gesunden Geschwisterkindern verglichen wird, wenn also nicht akzeptiert wird, dass es andere Voraussetzungen mitbringt und anders funktioniert.
Anmerkung: ADHS-Kinder und ihre Geschwister sollten nicht zusammen Aufgaben machen. Wenn ein jüngeres und gesundes Geschwisterkind dem etwas älteren ADHS-Betroffenen schulisch immer näher rückt oder durch Repetitionen sogar in der gleichen Klasse beschult werden soll, muss eine andere Schullösung gesucht werden. Nie die Kinder über Noten vergleichen, das ist brutal. Nie Noten belohnen, sondern individuelle Fortschritte im Lernverhalten und bei den Lernbemühungen – also nicht beim Ergebnis.
Nun ist ja die von mir immer wieder festgestellte fehlende Akzeptanz gegenüber den ADHS-Kindern keine Charakterfrage der Eltern oder keine bewusst verkehrte Haltung. Woran liegt es aber dann?
Akzeptieren kommt von verstehen und verstehen kommt von begreifen und begreifen kann man etwas Erlebtes, wenn wir Begriffe und Worte haben.
Ich stellte fest, dass eine fehlende Akzeptanz die direkte Folge von fehlendem Wissen über die ADHS war.
Mir werden von Ärzten und Schulpsychologinnen nicht nur junge Patienten zugewiesen, die erstmalig abgeklärt werden sollen, sondern auch Kinder oder Jugendliche, bei denen bereits eine andere Stelle eine ADHS/POS diagnostiziert und behandelt hat. Es handelt sich in diesen Fällen um Kinder, bei denen trotz Therapien keine wirklichen Verbesserungen festzustellen waren und in der Schule und daheim einschneidende und für die ganze Familie belastende Verhaltens- und Lernprobleme fortbestehen.
Viele dieser Eltern, aber auch die Geschwister und sogar die jungen Patienten selbst, kannten die ADHS gar nicht oder wurden zuwenig über die ADHS informiert. Sie machten die Rechnung "ohne den Wirt" namens ADHS und konnten daher ihre Massnahmen nicht auf die Möglichkeiten und Grenzen eines ADHS-Kindes abstützen.
Wissen ist die Voraussetzung, um etwas verstehen und schliesslich auch akzeptieren zu können. Erst wenn ich die Kernpunkte der ADHS begriffen habe, kann ich an ein ADHS-Kind angemessene Erwartungen herantragen.
Geschwister- und Familienstreitereien schaukeln sich aber dann auf, wenn alle Beteiligten, das, was der andere tut oder nicht tut, sagt oder nicht sagt, spontan auf sich persönlich beziehen, sich persönlich attackiert fühlen und entsprechend „zurückgeben“.
Anstatt das Problemverhalten des Kindes als ADHS-Verhaltensschwäche zu erkennen, zu akzeptieren und mehr oder weniger logisch-vernünftig damit umzugehen, wird es als Provokation und Angriff missverstanden. Erst dann kann es gelingen, nicht mehr alles auf sich selbst zu beziehen und gereizt zu reagieren.
Gegen die fehlende oder ungenügende Akzeptanz des ADHS-Kindes und damit auch gegen extreme Geschwisterrivalitäten, hat sich als hochwirksame Therapie herausgestellt, wenn ADHS-Betroffene, ihre Geschwister und Eltern angeleitet werden, sich Wissen über die ADHS anzueignen. Um ADHS zu begreifen, muss man nicht zehn Bücher studiert haben. Ich empfehle die Bücher von C. Neuhaus, Felix Dietz und M. Gordon. Auch Kinder müssen lernen, was ADHS ist.
Das Wichtigste über die ADHS
Ich werde jetzt kurz das Wichtigste über die ADHS zusammenfassen. Anschliessend stelle ich Ihnen die restlichen fünf Ursachen dar.
Gemäss dem heute international anerkannten Stand der Erforschung dieses Syndroms, ist das Kernmerkmal der ADHS eine neurochemisch bedingte Schwäche der Hemmfunktionen unseres Zentralcomputers namens: Gehirn.
Man weiss heute, dass bei der ADHS bestimmte Nervenzellen untereinander nicht genügend aktiv kommunizieren und zwar in genau denjenigen Hirnregionen, welche im Normalfall flexibel die von Aussen auf uns eintreffende Reize filtern, dann sortieren und schliesslich für eine angemessene Verarbeitung und Reaktion auf diese Reize sorgen sollten.
Die zu grosse Reizempfänglichkeit erklärt u.a., warum z.B. im Alltag schon kleine Geräusche eine Orientierungsreaktion auslösen können und die Aufmerksamkeit reflexartig vom Schulheft auf den Rasenmäher des Nachbarn umgelenkt wird. Die Reizoffenheit erklärt auch, wieso ADHS-Betroffene manchmal so ausgeprägt sensibel sind, dass sie zum Selbstschutz psychisch „zu“ machen müssen, um nicht unterzugehen. Und sie erklärt, wieso sie z.B. durch Aussenstimmungen so leicht negativ, aber auch positiv, beeinflussbar sind. Sie regen sich auf und lassen sich irritieren und werden in Gedanken gefangen genommen von Kleinigkeiten oder Details, welche von anderen kaum wahrgenommen werden.
Bei ADHS führt die zu grosse Reizoffenheit immer in eine Superempfindlichkeit. Da zeigt sich nicht nur beim Essen oder bei der Wahl, wer zu einem passt und wer nicht. Das hypersensible ADHS-Kind bezieht immer alles auf sich. Oft reicht eine Grimasse eines Geschwisterkindes oder die Geräusche des Besteckes beim Essen, um einen Streit zu beginnen. ADHS-Kinder sind wegen dieser biologischen Filterschwäche daher viel leichter provozierbar, als andere Kinder. Auch wenn ältere Kinder schon begriffen haben, dass sie dies und jenes nicht sollen, fühlen sie sich sehr leicht gestört, reagieren sehr heftig oder mit Rückzug.
Weil bei ADHS die Reizfilterung nicht aktiv genug ist, nehmen ADHS-Kinder immer zuviel auf. Die Folge ist, dass sie grosse Mühe haben, sich auf nur eine Sache zu konzentrieren und an etwas dranzubleiben. Vor allem, wenn es sie nicht interessiert, können sie nicht mehr zuhören und das, was Lehrer oder Eltern sagen, nicht mehr aufnehmen und im Gedächtnis abspeichern. ADHS-Kinder sind deswegen so vergesslich, weil sie einen viel zu flüchtigen und schnellen Wahrnehmungsstil haben. Es ist wie beim Fotografieren: Wenn die Belichtungszeit zu kurz ist, fällt zu wenig Licht auf den Film. Und der Film entspricht dann dem Gedächtnis. ADHS-Kinder haben selten echte Gedächtnisprobleme. Die Schwäche besteht vorher, nämlich beim Wahrnehmen.
Das ADHS-Kind kann oft nicht zuhören, es bekommt einfach nicht alles mit. Und das nicht nur in der Schule: Es übersieht und vergisst, dass die Schwester gestern abgewaschen hat und es richtig wäre, dass es heute dran ist. Und es vergisst, dass der Vater letztes Mal mit ihr in der Autowaschanlage war und dass diesmal der Bruder dran ist.
Oder es vergisst eine bei der letzten Familienkonferenz vereinbarte Abmachung, und behauptet, dass dies nie so gesagt worden wäre. Weil die ADHS-Kinder es oft wirklich nicht mehr wissen und ihnen das niemand glaubt, fangen sie an, sich zu verteidigen und zu kämpfen. Deswegen: Abmachungen und Regeln immer aufschreiben und sichtbar für alle aufhängen.
Weil sich das Kurzzeitgedächtnis bei ADHS-Kindern anders entwickelt, sie Dinge vergessen und ein ganz anderes Zeitempfinden haben, leben sie oft nur im Augenblick, im Hier und Jetzt. In Kombination mit ihrem oft extremen Gerechtigkeitsempfinden, kann dies zu den verbissensten Streitereien führen.
Etwa bis zum 12. Lebensjahr sehen alle Kinder die Welt nur in ihrer eigenen Perspektive. Bis in diese Zeit hinein vermögen sie es noch nicht, sich in die Position eines anderen zu versetzen. Einige ADHS-Kinder scheinen das erst sehr viel später zu lernen. ADHS-Kinder haben es oft noch sehr viel schwieriger als andere, auch den eigenen Anteil an einem Streit zu sehen. Durch ihr Hier-und-Jetzt-Empfinden fühlen sie sich im Streit nur noch als Opfer und immer nur als der- oder diejenige, welche den anderen ausgeliefert ist. Sich selbst – quasi aus der Sicht des anderen - nehmen sie nicht wahr.
Das „Immer nur ich“ – Denken ist oft der Startpunkt eines Geschwisterstreits. Es hält bei ADHS-Betroffenen oft zeitlebens an. Bei allem verteidigen sie sich ständig, legen sich mit der Schwester, der Mutter, der Lehrerin, später mit dem Lehrmeister, dem Chef oder dem Partner an. Mit dem „Immer nur ich“ – Denken geht einher, dass ADHS-Kinder, aber oft auch Jugendliche und Erwachsene, immer alles auf sich beziehen. Weil die Aufmerksamkeitsfunktionen nicht gut genug entwickelt sind, gehen sie immer nur von sich aus, können manchmal ein Leben lang egozentrisch bleiben.
Geschwisterkinder, die ja auch eifersüchtig werden, weil das Problemkind sehr viel Aufmerksamkeit bekommt, finden dann blitzschnell raus, wo beim ADHS die reizbaren Punkte liegen.
ADHS-Menschen haben halt generell Mühe, sich umzustellen, den Aufmerksamkeitsfokus flexibel zu wechseln.
Ihre Aufmerksamkeitsenergie reicht gerade mal, um das, was gerade vor ihnen liegt, zu bewältigen. Häufig können sich ADHS-Kinder, wenn sie einmal an einer Sache dran sind, sich sehr wohl konzentrieren, dazu reicht ihre Aufmerksamkeitsenergie. Wehe aber, sie müssen unfreiwillig schnell umschalten und in einem Kameraschwenk den Aufmerksamkeitsfokus verschieben. Beispielsweise, wenn etwa die Schwester plötzlich ins Zimmer trampelt oder wenn sie auf die Schnelle der Mutter beim Hochtragen des Wäschekorbs helfen sollen. Für das schnelle und flexible Wechseln des Aufmerksamkeitskegels reicht dann die Energie nicht mehr. Sie fühlen sich gestört, werden stinksauer, explodieren und rufen aus. Sie schaffen es nicht, innerlich auf den Pausenknopf zu drücken, der Mutter die Wäsche hoch zutragen und dann dort weiterzulernen, wo sie aufgehört haben.
Gleichzeitig können bei einer ADHS auch Impulse, die von innen her kommen, nicht genügend reguliert und „abgebremst“ werden. Viele ADHS-Kinder zeigen als Folge der Bremsschwäche einen flüchtigen und impulsiven Arbeitsstil. Diese Kinder schreiben, bevor sie die Fragen gelesen haben. Und sie reden, bevor die Lehrerin oder der Vater eine Frage fertig aussprechen kann und handeln häufig, ohne vorher zu denken. Sie haben sich nicht im Griff, können ihr Erregungsniveau nicht angemessen regulieren, können nicht bremsen und schiessen deswegen regelmässig übers Ziel hinaus.
Ich höre immer wieder, dass Kinder mir sagen: „Ich will schon sitzen bleiben und lernen, oder nicht streiten, aber es geht nicht. Und niemand glaubt mir, dass ich das gar nicht will, wenn ich der Mutter „Du A...“ sage. Es kommt einfach“.
ADHS-Kinder sind aber auch ihren Emotionen und Bedürfnissen viel mehr als andere ausgeliefert: „Jetzt habe ich habe Lust auf Musik und jetzt will ich die neue CD meiner Schwester hören“ und schon ist es passiert: Die CD tönt laut aus dem eigenen Zimmer. Die Schwester reisst kochend die Tür auf - den Rest können Sie sich denken!
ADHS-Kinder handeln wegen ihrer biologischen bedingten Hemmschwäche oft superspontan, sehr impulsiv und leider oft ohne vorher nachzudenken. Die ADHS-Impulskontrollschwäche betrifft also auch die eigenen Bedürfnissen, die dann nicht angemessen reguliert und unterdrückt werden. Einige dieser Kinder wirken wie echte Egoisten. Dabei können sie nicht anders.
Das ist keine Entschuldigung, sondern eine Erklärung.
Also: Bei der ADHS sind die Hirnregionen, welche die „innere Bremse“ und den Reizfilterschutz regulieren, zu wenig aktiv. Aber nicht immer und nicht durchgehend. Begeben sich die Kinder in für sie neue, frische, interessante oder anregende Situationen, dann vermögen sie sich oft erstaunlich gut zu konzentrieren und zusammenzureissen. Das Brems- und Filtersystem im Gehirn von ADHS-Betroffenen funktioniert leider nur dann gut, wenn diese Hirnregionen zusätzlich von aussen oder von innen angeregt und stimuliert werden: Dann erst normalisiert sich der Hirnstoffwechsel für kurze Zeit und dann erst vermag man sich gut zu konzentrieren, ist nicht von jeder Fliege abgelenkt und kann eine Sache durchziehen.
Menschen mit ADHS brauchen daher sehr viel mehr Stimulation, um das neuronale Gleichgewicht aufrechtzuerhalten und „normal“ funktionieren zu können. Sobald es monoton, reizarm, langweilig und uninteressant wird, versagen das Reizfiltersystem und die „innere Bremse“: Vor allem beim Lernen ist das ein echtes Problem: Ist das Fach interessant und stimmt es auch mit dem Lehrer und hat man bereits etwas Erfolg, dann geht es einigermassen.
Muss man jedoch länger hinsitzen und lernen und üben, und das lässt sich im Schulalter bekanntlich nicht vermeiden, dann versagen Konzentration und Selbstbeherrschung. ADHS-Kinder sind Spontanlerner: Sie lernen etwas entweder sofort, oder gar nicht oder nur mit viel, viel Mühe. Lernen heisst ja wiederholen, einen Text zwei, dreimal lesen, im Rechnen Reihen üben und üben. Die damit verbundene Gleichförmigkeit ist für ADHS-Kinder mehr als nur einfach unangenehm. Alles sich Wiederholende ist für ADHS-Kinder ein Gräuel, ein unerträglicher Zustand innerer Leere. Sie vermeiden das, wo und wie immer möglich. In den Berichten der Schulpsychologen heisst es dann, dass Kind zeige eine „Anstrengungsvermeidungshaltung“. In dieser Leere wird das ADHS-Kind schnell unruhig und gereizt, kann sich nicht mehr konzentrieren, Impulse brechen durch, man handelt, ohne zu denken oder man „verreist“ in Gedanken, oder träumt vor sich hin oder zum Fenster hinaus oder versucht, sich durch stimulierende innere Bilder oder Phantasien oder Selbstgespräche Anregung zu verschaffen. Oder man beginnt, seine Schwester zu sticheln, die Mutter zu reizen oder den Lehrer zu provozieren. Auch das ist keine Entschuldigung, sondern eine Erklärung.
Ich werde Ihnen nun darlegen, unter welchen weiteren Bedingungen massiver Geschwisterstreit in den mir bekannten ADHS-Familien eine besonders belastende Rolle spielte und komme zu Punkt Zwei.
Punkt 2.Die richtige Therapie?
Eine ganz zentrale Ursache für übermässigen Geschwisterstreit in ADHS-Familien liegt in meiner Erfahrung darin, dass die ADHS-Kinder nicht gemäss dem heutigen Wissensstand behandelt werden. Grosse wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass bei ADHS eine Therapie mit Medikamenten genau so wichtig sind, wie die Brille bei einem sehschwachen Kind.
Bei meinen Patienten ist es ganz eindeutig: Ohne medikamentöse Basistherapie waren auch die Probleme mit Streitereien am Schlimmsten. Durch andere wirkungslose oder wirkungsarme Therapien kamen sich diese Kinder noch kränker vor, als sie sind und fühlten sich noch minderwertiger.
Mit gut eingestellten Medikamenten konnten sich ca. 80% der Kinder generell besser beherrschen und aufpassen. Und das führte leider nicht bei allen, aber doch bei eindrücklich vielen Familien zu einer wohltuenden Beruhigung.
Falls bei einem Kind die Diagnose ADHS stimmt und Medikamente, auch wenn sie sorgfältig eingestellt wurden, nicht wirken, ist nach heutigem Wissen eine Verhaltenstherapie das Mittel der ersten Wahl.
Punkt 3.Therapie
optimal abgestimmt?
Die Medikamente sind
nicht richtig eingestellt. Streit gibt es in Familien entweder am
Morgen ganz früh, am Mittag und gegen Abend. Und just in diesen
Zeiten wirken die Stimulanzien oft noch nicht oder nicht mehr. Man
muss wissen, Stimulanzien wirken nur kurz und man muss mit dem Arzt
die Dosierung so einstellen, dass die wichtige Mittagszeit und der
Abend auch abgedeckt sind. Eine 10mg Tablette Ritalin am morgen und
eine am Mittag führen infolge der kurzen Wirkdauer (ca. 3h) zu einem
Auf und Ab, als wäre die Brille mal scharf, mal unscharf, oder das
Hörgerät mal richtig, dann wieder zu schwach eingestellt.
Gerade gute
Erlebnisse an Familienabenden und Wochenenden sind für die
psychische Entwicklung des Kindes elementar. Gute Erlebnisse, ein
friedlicher Besuch der EXPO mit den Grosseltern etwa, sind nur dann
Seelennahrung, wenn ADHS-Kinder das Schöne auch aufnehmen und
abspeichern können. Denjenigen ADHS-Kindern, welche auf Stimulanzien
angewiesen sind, das Medikament an den Wochenenden oder an den
schulfreien Nachmittagen generell vorzuenthalten, ist einfach
unlogisch und meiner Ansicht nach ein Kunstfehler. Eine individuelle
Einstellung tut Not.
Punkt 4:
Geschwisterkind hat ein unerkanntes ADHS
Bei meiner
Durchsicht nach massiven Geschwisterkonflikten sah ich, dass die
Abklärungen ergaben, dass auch ein Geschwisterkind ein unerkanntes
ADHS hatte. Mich wundert das nicht: Die Erforschung der Ursachen der
ADHS hat nämlich ergeben, dass dieses Syndrom wesentlich durch
genetische Faktoren bedingt ist. Auch ich stelle bei Abklärungen
fest, dass auch bei Blutsverwandten oft eine ADHS vorliegt.
Zwillings- und Adoptionsstudien haben gezeigt, dass bei der ADHS
eine hohe Erblichkeit vorliegt. Hat ein Kind ADHS, so haben die
Geschwister und Eltern mit 10-35% Wahrscheinlichkeit ebenfalls eine
ADHS. Hat ein Elternteil ADHS, sind die Kinder in 50-60% ebenfalls
betroffen.
Eine Abklärung und
Behandlung auch des Geschwisterkindes bewirkte, dass die
Geschwisterkonflikte sich sehr oft normalisierten.
Punkt 5: Mutter
oder Vater leiden ebenfalls an einer ADHS
Mutter oder Vater
oder beide leiden ebenfalls an einer ADHS. Wenn Eltern selbst
impulsiv und leicht reizbar sind, sich selbst nicht an aufgestellte
Regeln halten können, hat das natürlich für das ganze Familienklima
und das gegenseitige Aufeinander reagieren – zu dem auch Streit
gehört – eine immens grosse Rolle. Ich hatte schon wiederholt
Familien, die wegen den ewigen Streitereien in einer
Familientherapie waren. Eine echte Beruhigung gab es erst, als diese
Eltern auch ihre eigene ADHS begriffen.
Jeder soll lernen,
sein Problem individuell für sich wahrzunehmen und anzugehen. Sonst
wird dem ADHS-Kind die Verantwortung für alle Probleme aufgebürdet
und es kommt sich noch mehr vor, als trüge es die Schuld für alles.
Punkt 6: Diagnose
stimmt nicht oder nicht ganz
Bei Kindern, die von
anderen Stellen abgeklärt wurden und Medikamente bekamen, und wegen
fortbestehenden Problemen im Sozialverhalten und in der Schule zu
mir geschickt wurden, stelle ich immer mal wieder fest, dass die
Diagnose nicht stimmt oder, dass neben der ADHS andere grundlegende
Probleme nicht erkannt und behandelt wurden.
Schliesslich
beruhen nicht alle Konzentrationsstörungen automatisch auf einer
ADHS!
Dazu gehören
emotionale Störungen, aber auch Teilleistungsstörungen, etwa eine
Dyskalkulie, die meistens mit Störungen in der Raumverarbeitung
einher gehen und mit Ritalin natürlich nicht geheilt werden können.
Das erfordert dann andere Therapien. Nur Medikamente abgeben, hat
sich meiner Erfahrung nach sowieso nicht bewährt.
Vorschläge
Zum Schluss doch
noch einige konkrete Ratschläge/Massnahmen, welche auch gegen
übermässigen Geschwisterstreit helfen:
Familienregeln
Erarbeiten Sie sich
in einer Familienkonferenz neben einem Ämtliplan auch eine oder zwei
wichtige „politische“ Familienregeln. Es sollen einfache und sehr
konkrete Verhaltensregeln sein, wie z.B. im Fussball oder im
Verkehr. Wenige, gut überlegte und klare Regeln sind gefragt. Später
können mehr dazu kommen. Bei störendem Geschwisterstreit formulieren
Sie nicht: „Lieb sein zum Geschwisterkind“. Das ist zu diffus.
Fangen Sie am Besten damit an:
"Niemand nimmt ohne
zu fragen, anderen etwas weg".
"Verbotene Worte
sind: Ar........, usw."
Regeln Sie mit Ihrem
Ehepartner und dann in der Familienkonferenz auch die in Frage
kommenden Sanktionen. Arbeiten Sie z.B. mit roten Karten. Wichtig
ist, dass die Kinder vorher wissen, was passiert, wenn eine
Regel übertreten wird oder es z.B. zu handfesten Aggressionen kommt.
Das „Strafreglement“ sollte von den Eltern erarbeitet, an der
Familienkonferenz eingeführt und schriftlich festgehalten und an
einem gut einsehbaren Ort hängen.
Aber Achtung:
Sie müssen diese Regeln dann auch überwachen können und vor allem
reagieren, wenn sie gebrochen werden. Überlegen Sie es sich also
gut, was wie geregelt werden soll. Und beschränken Sie sich auf die
wesentlichen Punkte. Nur so wird dieses Vorgehen zum Erfolg.
Loben
Loben Sie das Kind
oder die Kinder beim Abendessen, wenn die Regeln heute eingehalten
wurden. Loben Sie sie also, wenn nichts weggenommen wird,
wenn sie nicht streiten.
Geben Sie ihnen dann
Aufmerksamkeit, wenn das positive Verhalten eingetreten ist – und
nicht vor allem dann, wenn es kracht.
Auch wenn für Sie
selbst der Zustand des Nichtstreitens oder des Nichtwegnehmens
selbstverständlich ist, belohnen Sie streitfreie Nachmittage mit
einem Extradessert oder einem anderen Bonus.
Verstärkerplan
Hilft das nicht,
müssen Sie systematisch einen Verstärkerplan aufstellen. Auch dabei
soll wie oben die Wahrscheinlichkeit, dass das erwünschte Verhalten
eines Kindes eintritt, durch den Einsatz einer positiven Konsequenz
gefördert werden. Nur diesmal mit System, einem hierarchischen
Aufbau, einem durchdachten Punkte-Belohnungssystem. Eine Anleitung
dazu findet man in diesem Buch: Wackelpeter
und Trotzkopf von M. Döpfner. Bei hartnäckigen Problemen,
muss ein Verhaltenstherapeut hinzugezogen werden.
Sanktionen
Leider gibt es immer
wieder Situationen, welches sofortiges Eingreifen erfordern.
Dabei gilt folgender Grundsatz: Man soll das unerwünschte Verhalten
sanktionieren, nicht die Person an sich. ADHS-Kinder haben eh
schon ein schlechtes Gewissen, weil sie so unbeherrscht sind und
immer anecken, in der Schule ungenügende Leistungen erbringen und
sich dumm vorkommen!
Ist ein schlimmer
Streit im Aufziehen und Sie nur rufen: „Jetzt ist Schluss, hört
endlich auf“ und das dann nicht durchsetzen können, verlieren Sie
Ihre Glaubwürdigkeit. Wenn, dann sollte man möglichst wirkungsvolle
signalartige Aufforderungen geben. Dazu muss man sich aber Gehör
verschaffen. Ziehen Sie die gelbe Karte und geben Sie klare
Botschaften! Und: Drohen Sie nicht mit späteren Sanktionen. Negative
Konsequenzen müssen sofort erfolgen.
Wenn es bereits zu
massiven Tätlichkeiten gekommen ist: Zuerst Luft holen, dann für
sich leise bis 14 zählen und dann ruhig und entschlossen dazwischen
gehen. Trennen Sie die Kinder, jedes muss für 10 Minuten in sein
Zimmer. Ein Time-out ist angesagt. Stellen Sie einen Wecker, damit
das Kind sieht, wann die "Strafzeit" abgelaufen ist (ADHS-Kinder
haben ein schlechtes Zeitgefühl). Gehen Sie anschliessend einzeln zu
den Kindern und reden Sie alleine mit ihnen. Nutzen Sie die Technik
des aktiven Zuhörens: Spiegeln Sie die Gefühle des Kindes, so kann
es lernen, Gefühle zu verbalisieren, statt sie auszuagieren.
Ich fasse
zusammen:
Wissen um die ADHS,
echte Akzeptanz des Anderssein, eine individuell zugeschnittene
Therapie und klare Familienregeln können helfen, die Gratwanderung
rund um die Erziehung von Kindern mit einer ADHS besser zu
bewältigen.
