ADHS im Schnelldurchgang (Lesezeit 3 Minuten)

Das Wichtigste über die ADHS im Schnelldurchgang

ADHS-Merkmale


Ursachen & Häufigkeit der ADHS


  • Die ADHS ist primär genetisch bedingt. Darauf weist unter anderem die sehr hohe familiäre Häufung. Sekundäre Faktoren können unter anderem sein: Tabak- und Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft, Umweltgifte. Mehr dazu hier.

  • Häufigkeit: Kinder: ca. 5 % (pro Schulklasse 1 – 2 betroffene Schüler/-innen). Erwachsene ca. 3 %.

Diagnostik der ADHS


  • Führen Sie eine ADHS-Diagnostik nur bei ausgewiesenen Spezialisten (Psychiater/-innen, Psychologen/-innen) durch. Bewährte ADHS-Fachpersonen finden Sie über Ihren Arzt sowie über ADHS-Selbsthilfe-Organisationen oder ADHS-Gruppen (auch im Netz). Oder hier.


  • Lassen Sie sich den Untersuchungsbericht zusenden. Prüfen Sie diesen und fragen bei Unstimmigkeiten nach. Besprechen Sie die Diagnose(n) und die Therapieempfehlungen mit dem Hausarzt oder einer anderen Person Ihres Vertrauens.

  • Unsicherheiten? Keine Hemmungen vor dem Einholen einer Zweitmeinung! Es geht um viel. Bei Kindern unter anderem um den Einsatz von Medikamenten.


Begleitprobleme der ADHS



  • Komorbide Störungen, welche einer eigenen Diagnose zugeordnet werden können, müssen ebenfalls behandelt werden.


ADHS-Therapie


  • Akzeptieren Sie Ihre oder die ADHS Ihres Kindes. Schliessen Sie Frieden auch mit den unangenehmsten Symptomen. Sie gehören zu Ihnen bzw. zu Ihrem Kind. Das entlastet Sie und Ihr Kind.

  • Definieren Sie vor Therapiebeginn, an welchem ganz konkreten Verhalten Sie bei sich oder bei Ihrem Kind erkennen würden, dass die Behandlung wirkt.

  • Achten Sie auf Fortschritte. Auch auf ganz Kleine! Kleiden Sie das beobachtete positive Verhalten in konkrete Worte. Und schmunzeln Sie dabei etwas.

  • Falls bei Ihnen oder bei Ihrem Kind – diagnostiziert von einer ADHS-Fachperson –  eine ADHS vorliegt, ist eine medikamentöse Therapie elementar. Warten Sie nicht zu lange. Es geht nicht ohne.

  • Sollten Sie oder Ihr Kind ärztlich verordnete ADHS-Medikamente einnehmen, sind eine korrekte Dosierung und/oder eine passende Kombination von Medikamenten das A und O der Therapie.

  • Falls noch nicht erfolgt: Lassen Sie klären, ob bei Ihnen oder bei Ihrem Kind therapierelevante Begleitstörungen vorliegen. Falls ja: Lassen Sie diese von Fachpersonen behandeln.

  • Wirken die Therapien? Falls nicht oder nur unbefriedigend: Melden Sie sich bei Ihrem Arzt oder bei Ihrer Psychologin!


Alternative Therapie der ADHS


  • Bei Vorliegen einer ADHS gemäss den diagnostischen Kriterien der DSM-5 existieren zurzeit keine bewährte Alternativen zu einer Multimodalen Therapie (medikamentösen Therapie mit Stimulanzien, Elternberatung, Psychotherapie, schulische Fördermassnahmen).

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Er wurde letztmals aktualisiert am 11.10.2017.
© Piero Rossi