Einschlafen ist doof! | Schlafstörungen bei ADHS

Lorena meldet sich zurück mit einem neuen Thema:

Einschlafen / Schlafstörungen

Einschlafen ist doof! Im Bett liegen und nichts tun ist extrem langweilig. Das war lange ein grosses Problem für mich. Statt einzuschlafen, gingen mir tausend Gedanken durch den Kopf. Gute und schlechte. Alle Geräusche hörte ich. Auch das Anspringen der Heizung im Keller (drei Etagen tiefer!). Unmöglich, mich einfach nicht auf den Schlaf zu konzentrieren. Manchmal wurde es 24:00 Uhr.

Musik hören half manchmal. Oder Lesen. Aber das durfte ich lange nicht. Irgendwann begriffen meine Eltern, dass mir Musik beim Einschlafen helfen kann.

Wie es morgens lief, wenn ich erst zwischen 23:00 und 24:00 einschlafen konnte, könnt Ihr Euch sicher vorstellen: Wachwerden? Ohje! Es gab immer Ärger. Meine Mutter versuchte alles, um mich  wach zu kriegen. Und dann die Trödeleien bis ich soweit war, um in die Schule zu gehen. Logisch war ich dann auch im Unterricht hundemüde. Und konnte dann noch weniger aufpassen …

Seit etwa einem Jahr kann ich normal gut einschlafen. Meistens jedenfalls. Wollt Ihr wissen, warum?

Meine Therapeutin gab meinen Eltern den Tipp, in meinem Zimmer ein glitzerndes Mobile aufzuhängen. Nachts scheint von draussen immer etwas Licht auf das Mobile. Weil es sich ja immer etwas bewegt, schaue ich es eine Weile an – und weg bin ich. Super, gell!



Mein Bruder Marco konnte auch nie gut einschlafen. Das Mobile nützte bei ihm nicht. Auch nicht ein plätschernder Zimmerbrunnen. Er bekam einen kleinen Disco-Laser, welcher kleine und sich langsam bewegende Punkte an die Decke strahlte. Mit einem Dimmer konnte das so eingestellt werden, dass die Lichtpunkte nicht zu stark, aber nicht zu wenig leuchteten. Das nützt schon seit einem halben Jahr.

Meine Mutter hat ja auch eine ADHS. Sie bekommt vom Arzt das Medikament Melatonin. Damit kann auch sie einschlafen. Ich glaube, Melatonin kann auch bei Kindern helfen. Das sagte jedenfalls meine Mutter.


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Er wurde letztmals aktualisiert am 11.10.2017.
© Piero Rossi