Was gilt denn nun? Ist ADHS einfach oder schwierig zu erkennen? | ADHS-Test

Zuerst einmal vielen Dank für die wertvollen Informationen auf dieser Webseite! Mir bringen diese Infos sehr, sehr viel. Für mich sind sie  d e r  ADHS-Versteher. Eine Frage habe ich: Sie schreiben immer wieder, dass die Diagnostik der ADHS anspruchsvoll sei. In der letzten Antwort auf die Schilddrüsenfrage hingegen haben sie geschrieben,  dass die ADHS sehr klare Erkennungszeichen habe und mit einer Erkrankung der Schilddrüse fast nicht verwechselt werden kann.

Was gilt denn nun? Ist ADHS einfach oder schwierig zu erkennen?


http://www.adhs.ch/ueber-mich/Beides. Im Vergleich zu sehr vielen anderen psychischen Erkrankungen weist die ADHS ein charakteristisches Störungsbild auf. Die Kombination der verschiedenen ADHS-Symptome und Beschwerden sind sehr typisch. Das gilt auch für den Krankheitsverlauf.

Gleichzeitig kann die Diagnose einer ADHS eine grosse Herausforderung für den Arzt oder den Psychologen darstellen. Der Grund ist Folgender:

Die in der DSM-5 beschriebenen diagnostischen Merkmale sind zwar typisch für die ADHS. Sie können aber auch bei anderen Problemen auftreten.

DSM-5 verlangt bei der der Diagnose einer ADHS, dass zwingend alle anderen psychischen Störungen, welche zu ähnlichen Beschwerden führen können, ausgeschlossen werden müssen.

Das ist leicht gesagt. Um diesem wichtigen diagnostischen Kriterium gerecht zu werden, muss der Diagnostiker über ein grosses Wissen im gesamten Bereich der Psychopathologie und der Neuropsychologie verfügen. Nur dann ist die Voraussetzung gegeben, dass Differenzialdiagnosen (Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen), aber auch komorbide Störungen (Begleiterkrankungen) erfasst werden können.




Das ist auch der Grund dafür, wieso Schulpsychologen, welche meistens keine klinische Ausbildung absolviert haben,  oder Kinderärzte ohne breites Wissen und Know-how in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Regel eher ungeeignet sind, um eine qualifizierte ADHS-Diagnostik durchzuführen.



Zusammengefasst: Das Störungsbild der ADHS ist hinsichtlich dem klinischen Bild und dem Verlauf sehr klar. Die zwingend erforderliche Beurteilung von Differenzialdiagnosen hingegen, hat es in sich. Das gilt auch für das Erfassen von Komorbiditäten.

Wichtig ist eine korrekte Diagnostik bei Kindern vor allem deswegen, weil bei Vorliegen einer ADHS in der Regel eine medikamentöse Behandlung mit Stimulanzien erfolgt. Falsch positive ADHS-Diagnosen sind daher ein absolutes NoGo.

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Er wurde erstellt am 18.11.2017.
© Piero Rossi




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