Wie bei mir ADHS festgestellt wurde (Teil 1)

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Hallo!

Hier ist wieder Lorena. Heute berichte ich Euch, wie bei mir festgestellt wurde, dass ich eine ADHS habe.

Eigentlich sei es bei mir schon lange klar gewesen, dass ich ADHS habe. Sagte meine Mutter. Sie muss es ja wissen. Ersten ist sie meine Mutter (und niemand kennt mich so gut wie sie). Und zweitens hat sie selbst ADHS. Niemand habe ihr geglaubt. Der Schulpsychologe habe ihr gesagt, ADHS gebe es gar nicht. Und dem Kinderarzt sei in der Untersuchung nichts Spezielles aufgefallen.

Meine Mutter brachte mich dann zu einer Psychologin, welche sich mit ADHS gut auskennt. Den Tipp hat sie von der ADHS-Elternselbsthilfegruppe ELPOS erhalten.

Super war es, dass ich vorher im Internet ihre Praxis sehen konnte. Es hatte auch Fotos von der Psychologin. Sie sah sympathisch aus. Und sie hatte eine Katze.

Zweimal musste ich zu Frau Lareda. Einmal einen ganzen Vormittag lang. Eine Woche später ging ich dann am Mittwochnachmittag für zwei Stunden in ihre Praxis.

Eigentlich ist der Mittwochnachmittag mein freier Nachmittag. Und somit heilig. Aber es war okay.  Frau Lareda war nämlich auch okay. Sie erklärte mir als erstes kurz und bündig, wie die Untersuchung abläuft. Dann informierte sie mich über meine Rechte als Patientin. Ich habe schön gestaunt, dass auch bei Kindern Schweigepflicht besteht. Zwar habe ich keine Geheimnisse vor meinen Eltern, aber es war trotzdem super zu merken, dass ich ernst genommen werde.



Frau Lareda stellte mir gute Fragen. Sehr gute sogar. Denn zum ersten Mal bekam ich Worte geliefert für meine Gefühle, meine Lernblockaden und mein Chaos im Kopf. Vorher war es nur ein riesiger Gefühlsschwamm ohne Worte.

Sie fragte mich vieles. Unter anderem auch, wie ich mir selbst meine Lernprobleme und mein Dreinschiessen (also nicht mit dem Gewehr, sondern mit meinem Mund) erklären würde. Und ob es Dinge gäbe, die mir Sorgen oder Angst machen. Oder ob ich schlechte Geheimnisse habe. Oder blöde Gedanken im Kopf, gegen die ich ankämpfen würde. Und wie gut ich einschlafen kann und welche Träume ich habe.

Gut war, dass das alles schnell über die Bühne lief. Nicht weil es unangenehm war, sondern weil ich dadurch voll konzentriert sein konnte. Ja, es war sogar interessant. Als mich meine Mutter abholte und ich ihr im Auto berichtete, wie es lief, sagte sie: „Hoffentlich sagt Frau Lareda nicht dasselbe wie der Kinderarzt!“

Dann musste ich einige Tests machen. Davon erzähle ich Euch später einmal. Jetzt gehe ich Fussball spielen.

Danke für diese Infos!

Lesetipp für Eltern:
Reicht nicht einfach der “Ritalin-Test”? Zur Diagnostik der ADHS bei Kindern und Jugendlichen

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Dieser Text wurde letztmals 09/2016 aktualisiert.
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