Wir haben uns nun bereits an so viele Stellen gewendet, nirgends bekommen wir gezielte Hilfe

Wir sind eine 5-köpfige Familie. Wir haben drei Kinder, K. 8 Jahre, O. bald 7 Jahre und I. bald 3 Jahre.

O. ist seit seiner Geburt ein schwierigeres Kind als die beiden anderen. Er braucht viel mehr Betreuung und Unterstützung. Der Alltag mit O.  ist sehr schwierig und für alle sehr herausfordernd. Seit einem Jahr versuchen wir, Hilfe für unsere Familie zu bekommen. Wir haben O. abklären lassen und es wurde nun ein ADHS festgestellt.
Dies ist sicherlich eine Erleichterung, damit wir als Eltern nicht mehr ständig das Gefühl haben, wir scheitern mit unserer Erziehung (welche bei den beiden anderen Kindern grundsätzlich gut funktioniert)!

Dennoch fühlen wir uns nun mit der Diagnose allein gelassen. Ich bin selber Lehrerin und habe meine Stelle im Frühling aufgegeben, da ich einfach keine Kraft mehr hatte, alles unter einen Hut zu bringen. Wir merken, dass wir den Alltag mit O. nicht mehr bewältigen können und die Spirale geht immer weiter abwärts. Es geht der ganzen Familie nicht mehr gut…




Haben Sie irgendwelche Kontakte, wo sich jemand wirklich mit der Thematik auskennt und uns gezielt als Familie und im Alltag mit O. helfen könnte?

Wir haben uns nun bereits an so viele Stellen gewendet und nirgends bekommen wir gezielte Hilfe. Vielen Dank für Ihre Antwort.


http://www.adhs.ch/ueber-mich/Wo Unterstützung finden?

Das ist die häufigste an mich gerichtete Frage.  Was ich gut verstehen kann. Denn tatsächlich ist es nicht einfach, ADHS-erfahrene Fachpersonen zu finden.

Folgendes Vorgehen schlage ich Ihnen vor:

Es ist doch recht ungewöhnlich, dass eine Fachperson oder eine Fachstelle eine ADHS-Diagnose stellt, dann aber nicht für eine Behandlung sorgt. Vor allem bei so jungen Patienten sind ADHS-Diagnosen nie definitiv, sondern bedürfen mehrerer Verlaufskontrollen. Es wäre wahrscheinlich sinnvoll, den Reset-Knopf zu drücken und O. noch einmal gründlich untersuchen zu lassen.

Die beste Möglichkeit, in der Schweiz an bewährte ADHS-Fachpersonen zu gelangen, bietet die Kontaktaufnahme mit der ADHS-Selbsthilfegruppe ELPOS. Die meisten Regionalgruppen haben Beratungs- oder Anlaufstellen. Die Empfehlungen der ELPOS beruhen immer auf Erfahrungen anderer Eltern. Das ist viel wert!

Die ELPOS (und andere Selbsthilfegruppen) bergen auch sonst ein grosses Potential an Unterstützungen. Auch wenn es um andere Fragen geht (wie zum Beispiel IV, Sonderschulen, Ergotherapie), können erfahrungsbasierte Elterntipps Gold wert sein.




Eine weitere Möglichkeit bietet die Fachliste der Schweizerischen Fachgesellschaft ADHS.

Schliesslich verfügt auch ADHS.ch über eine kleine Liste ausgewählter ADHS-Fachpersonen, welche mit Kindern diagnostisch und psychotherapeutisch arbeiten:

Und hier der Link zum Gesamtverzeichnis von ADHS-Fachpersonen.


Wenn Sie diesen Beitrag nützlich finden, lade ich Sie ein, hier weiterzulesen.


Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt.
Er wurde erstellt am 31.12.2017.
© Piero Rossi




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