Zwei Pfannen on the road. Wenn Fast food – dann richtig!

 


„Schnell-schnell“: Das Lebensmotto vieler ADHS-Betroffener.
Es zieht sich durch ihr ganzes Leben.

Auch bei der Ernährung. Wie das Beste daraus machen? 


Das Essverhalten von jugendlichen und erwachsenen ADHS-Betroffenen ist bekanntlich nicht über alle Zweifel erhaben. Ganz im Gegenteil. Selbst Menschen, welche ihre ADHS dank einer Therapie mehr oder weniger gut im Griff haben, verfügen oftmals über zu wenig innere Ruhe und Geduld, um sich ein feines Essen zuzubereiten. Schnell muss es gehen. Fast food! Und tschüss!

Das Risiko einer Fehlernährung liegt auf der Hand: Übergewicht ist auch bei ADHS ein sehr bekanntes und ernstes Problem. Mangelzustände durch eine unausgewogene Ernährung ebenso.

Was tun? Dazu muss ich etwas ausholen: Vor etwa zwanzig Jahren hatte ich eine Familie in Behandlung. Mutter, Vater und zwei der vier Kinder waren von einer ADHS betroffen. Die Eltern berichteten mir, dass sie mit ihrem Wohnmobil den Urlaub und viele Wochenendausflüge verbringen. Das sei jeweils „die“ Therapie für alle schlechthin. Abwechslung, immer wieder neue Herausforderungen und einen Kick Spannung sorge jedes Mal aufs Neue für eine entspannte Zeit, von welcher alle eine Weile lang zehren konnten. Zwischenzeitlich vernahm ich Ähnliches immer wieder. Camping- oder Womoferien scheinen ADHS-Familien so richtig gut zu tun.

In diesem Zusammenhang erfuhr ich, dass auf dem Campingplatz oder im Wohnmobil mit einfachsten Mitteln gekocht wird. Und dass trotzdem (fast) alle Familien Mitglieder (fast) immer zufrieden waren. Und das auch ohne Dampfabzug im Wohnmobil und ohne Induktionsherd. Eine Mutter berichtete mir dann von einem Wohnmobil-Kochbuch, welches sie liebend gerne verwendete. Ich stellte dann fest, dass es zwischenzeitlich eine ganze Reihe dieser „schnellen“ Kochbücher gibt, versehen mit unkomplizierten, schmackhaften und schnell zubereiteten Malzeiten. Fast food okay, aber bitte mit Genuss!

Im Verlauf einer Therapie eines erwachsenen ADHS-Patienten, welcher sich unglaublich schlecht ernährte, Speed-eating praktizierte und gut 100 Kilogramm auf die Waage brachte, empfahl ich dem jungen Mann eines dieser Wohnmobil-Kochbücher. Mein Patient fand meinen Vorschlag ziemlich schräg, aber er bestellte sich das Buch dann bei Amazon. Und siehe da: Er begann tatsächlich, einige dieser Rezepte zu kochen. Interessant für mich war, dass dieser Effekt bei diesem (und anderen erwachsenen ADHS-Patienten!) nicht wie üblich bald verpuffte, sondern anhielt. Wie lange, kann ich natürlich nicht sagen. Zumindest aber während der Zeit der Behandlung änderten doch einige ihr Essverhalten via Wohnmobil- und Camping-Kochbücher. Was mich interessant dünkte.

Abgesehen davon: Unter Wohnmobilisten und Campern hat es meinem Eindruck nach auffallend viele Menschen mit ADHS oder einer gewissen ADHS-Disposition. Der ständige Wechsel und die damit verbundene Stimulationen scheint ihnen sehr gut zu tun.

Ich bin nicht sicher, welches damals das Wohnmobil-Kochbuch war, welches mir von der Mutter der ADHS-Familie empfohlen wurde. Ich glaube, es war die erste Auflage dieses Buches:

Allgemeines Wohnmobil Kochbuch (Womo-Reihe)

Allgemeines Wohnmobil Kochbuch (Womo-Reihe)
Preis: EUR 12,90

 

Manche Köche werden sich jetzt die Haare raufen. Aber warum diese Fast food Rezepte nicht auch Zuhause ausprobieren? So lässt sich (mehr oder weniger) gesund und schnell und unkompliziert sinnvoll verknüpfen. Und darauf sind ADHS-Betroffene in der Regel besonders scharf.

Interessant ist es wahrscheinlich auch für Kinder mit ADHS, zuhause ab und zu Camping-Gerichte aufgetischt zu bekommen.

Beachte: Alles Neue, Unerwartete, Abwechslungsreiche, Interessante, Schräge, Komische und Verrückte bedeutet für ADHS-Betroffene Therapie.


Weitere Wohnmobil- und Camping-Kochbücher sind:

Urlaubsküche: Die besten Rezepte für Wohnmobil, Camping, Hütte und Boot