Soll mein Kind seine ADHS Medikamente selbst einnehmen? Selbstbedienung? Nein!

Mein Sohn ist 13. Es geht ihm dank der Therapie schon seit einem Jahr gut. Er ist viel selbständiger geworden und auch in der Schule läuft’s gut. Er nimmt sich am Morgen seine Medikamente jeweils selbständig aus der Küchenschublade.  Eine Freundin sagte mir gestern, dass diese Selbstbedienung verboten ist. Stimmt das? Freundliche Grüsse S. K.

http://www.adhs.ch/ueber-mich/Verboten ist es nicht.  Aber von einer Selbstbedienung ist definitiv abzuraten.

Eine medikamentöse Therapie geht mit sehr viel Verantwortung einher.

Kindern diese Verantwortung für die Medikamenteneinnahme aufzubürden, kommt einer Überforderung gleich. Management und Handling von Medikamenten ist und bleibt Sache der Erwachsenen: Medikamente gehören grundsätzlich nicht in Kinderhände.

Erfreulicherweise pflegten viele der mir bekannten Eltern von Kindern mit einer ADHS einen sicheren Umgang mit der Aufbewahrung und Verabreichung der Medikamente.

Aber nicht alle.

Deswegen hier zusammengefasst die wichtigsten Tipps zu diesem Thema:

  • Geben Sie Ihren Kindern und Jugendlichen die Medikamente persönlich und in Einzeldosen. Also keine Selbstbedienung. So kann eine Einnahme sichergestellt werden.
  • Erwarten Sie nicht, dass Kinder und Jugendliche mit einer ADHS selbständig an die Einnahme des Medikamentes denken (und sich dann auch selbst bedienen) sollen. Es gibt sehr viel sinnvollere Gelegenheiten, von Kindern und Jugendlichen selbständiges und selbstverantwortliches Handeln zu erwarten.
  • Bewahren Sie alle Medikamente (auch die Stimulanzien) immer an einem verschlossenen und trockenen Ort auf. Verwenden Sie immer eine verschliessbare Hausapotheke. Kinder sind neugierig. Und Kinder mit einer ADHS ganz besonders. Kinder, welche auf Besuch kommen manchmal auch …

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  • Nicht vergessen: Falls etwas passieren sollte, tragen alleine Sie als Eltern die Verantwortung.
  • Geben Sie Ihren Kindern und Jugendlichen bei Ausflügen oder Ferienaufenthalten ohne Eltern keine Medikamente mit. Für den Transport, die Aufbewahrung und die Abgabe der Stimulanzien ist immer eine verantwortliche erwachsene Person zu bezeichnen. Diese übergibt dem Kind (bzw. dem Jugendlichen) die Tabletten zu den vereinbarten Zeitpunkten. Persönlich, diskret und Einzeldosen.  Und ist auch bei der Einnahme anwesend.
  • Das gilt auch für Kinder, welche eine Tagesschule besuchen.
  • Wenn Sie feststellen, dass Sie ständig vergessen, Ihrem Kind die Medikamente zu verabreichen, sollten Sie Ihre Motivation prüfen. „Stimmt“ für Sie diese Therapie? Bestehen Zweifel? Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder mit einer Mutter, die Sie aus der Selbsthilfegruppe kennen.




  • Falls das Vergessen keinen äusseren Grund hat und Sie auch ständig anderes vergessen, generell zerstreut sind und immer schon damit zu kämpfen hatten, sollten Sie in Erwägung ziehen, sich selbst auf ADHS untersuchen zu lassen.

Lesen Sie hier weiter, wenn meine Stellungnahme für Sie hilfreich war.


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Er wurde letztmals aktualisiert am 11.10.2017.
© Piero Rossi




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